Früchtchen

Shownotes

Früchtchen, so bezeichnen wir sie schon mal, die lieben Kinder.
Im Umgang mit unseren Kindern sind Verbindung zulassen und
Begeisterung hochhalten absolute Kernkompetenzen.
Ebenso ist der heitere Abschied vom eigenen Perfektionismus mehr als hilfreich.
Wie wir das Verhalten unserer Kinder, wenn es aus dem Ruder läuft, verstehen können und
wie wir mit unseren Kindern für ein gutes gemeinsames Miteinander sorgen können,
darum geht es in dieser Folge von KÖRNER SAMT SOFA.
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00:00:14: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Körner samt Sofa.

00:00:19: Liebe Carina, sehr schön dass du wieder mal da bist bei uns hier in Gottlieben im der Schweiz.

00:00:26: ein herzliches Willkommen und ich freue mich wirklich sehr mit dir wieder die eine oder andere Folge einzusprechen.

00:00:33: Ja, hallo Cousi-Marsch!

00:00:34: Schön hier zu sein.

00:00:37: Der Titel unserer heutigen Folge

00:00:39: trägt

00:00:40: den Namen Früchtchen.

00:00:43: Was meinen wir denn genau damit?

00:00:48: Also ein Früchtchen, so in meiner Kindererziehung war das der Begriff für wenn etwas nicht mehr ganz im Ruder gelaufen ist.

00:01:01: Wurden meine Brüder und ich schon auch mal als Früchtchens bezeichnet.

00:01:06: Es geht um Kinder.

00:01:10: aus den lieben Kindern dann plötzlich Früchchen werden.

00:01:17: Kinder, da sind wir ja auch ganz schnell bei der Kindererziehung.

00:01:21: ich glaube das ist schon ein Thema was

00:01:23: du

00:01:23: sehr viel erlebst in deiner täglichen Arbeit und der Praxis.

00:01:27: wie funktioniert das denn so mit der Kindererziehung?

00:01:33: Ich glaube da gibt es unheimlich viele Theorien, unheimlich viele Ratgeber.

00:01:39: Also da wird sehr viel darüber geschrieben und gesprochen, gepodcastet.

00:01:46: Und am Ende geht es bei Erziehung darum zu machen Wir kommen eigentlich aus so einer Idee heraus dass wir mit

00:01:56: Erziehungen

00:01:58: also wir ziehen etwas heran einen Menschenformen Und ich glaube da beginnt schon oft die Problematik, weil ein Mensch per se ... sich ja selbst entfalten will.

00:02:20: Also wenn wir auf die Welt kommen, ist unser ganzes Programm danach ausgelegt nach unseren Fähigkeiten und unseren Fertigkeiten und unsern Talenten und Stärken unseren Weg zu entwickeln.

00:02:34: also ein Menschenformen sehe ich ein bisschen kritisch.

00:02:38: aus meiner Praxiserfahrung auch meinem ganz persönlichen Verständnis geht es bei Kindererziehungen darum diesen heranwachsenden Menschen möglichst so zu befähigen, dass er mit einer gewissen Leichtigkeit unsere Gesellschaft navigieren kann oder sich in unserer Gesellschaft gut manövrieren kann.

00:03:05: Darum geht es in der Erziehung.

00:03:08: Begleiten ist ja eigentlich ein viel schöneres Wort.

00:03:12: Das heißt auch als Elternteil Vertrauen

00:03:16: haben,

00:03:17: dass das schon irgendwie

00:03:19: gut wird.

00:03:21: Also Vertrauen ist was ganz Wichtiges und es unterliegt auch so einer Evolution also so ganz zu Beginn.

00:03:35: im Neugeborenenalter, einem Kleinkindalter steht das Beschützen dieses kleinen Wesens oder dieses Lebewesens absolut im Vordergrund.

00:03:51: Das darf sich mein Handeln danach ausrichten, wie ich am besten sicherstelle dass dieses Kind groß wird und es vertrauen dass sich dann dieser Mensch dieses Kind auch gut entwickelt darf mit den Jahren mitwachsen und sollte auch.

00:04:14: Also, unseren Kindern Vertrauen schenken ist schon eine der ganz wichtigen Aufgaben die wir als Eltern

00:04:22: haben Und das hat ja ganz viel Mitglück zu tun.

00:04:27: Ich meine dieses Lebewesen kommt auf die Welt Das ist ja schon mal ein Wunderschlecht hin und dann dieses kleine etwas zu begleiten zu sehen, wie es wächst.

00:04:38: Zu sehen, dass Vertrauen in die Welt und Umwelt bekommt.

00:04:43: Und zu sehen ... Wie es

00:04:46: mit

00:04:46: meiner Hilfe groß wird?

00:04:49: Das ist ja schon was ...

00:04:51: Ja,

00:04:51: das ist ja Glück

00:04:52: pur!

00:04:53: An den guten Tagen auf alle

00:04:55: Fälle.

00:05:00: Da ist so ein Kinderlachen.

00:05:03: Ja, da ist so eine ... ähm ... Also eine Begrüßung, die man bekommt oder einen warmen verklebten Händedruck.

00:05:11: Der dann so auf der Wange landet.

00:05:13: ist es so... Ja also da hast du absolut recht.

00:05:17: Da steckt unheimlich viel Glück drin.

00:05:21: Was macht man an den nicht zu guten Tagen?

00:05:27: Tief durchatmen!

00:05:38: diese nicht so guten Tage, die wir ja alle denke ich oder die meisten von uns mit unseren eigenen Kindern erleben aber die wir vielleicht auch noch in Erinnerung haben aus unserer eigenen Kindheit.

00:05:54: Also da gibt es auch ganz viele Facetten, die man da betrachten kann und ich würde vielleicht mal so die ein oder andere herausgreifen.

00:06:04: also Ein schlechter Tag ist, wenn ich als Elternteil, als Mama oder Papa an meinen Grenzen war und dann tut mein Kind noch etwas das mich über diese Grenze hinaus katapultiert.

00:06:25: Und immer dann, wenn Ich das Gefühl habe so in dem Moment hab ich jetzt die Kontrolle verloren Und wir haben dann so eine Tendenz, dass das dann... Wir können mit einer gewissen Schnelligkeit dieser Eskalation unseren Kindern zuschieben.

00:06:48: Ich glaube da an der Stelle dürften wir alle schon mal kurz innehalten.

00:06:53: Unsere Kinder kein Kind bringt die Eskalationsmitabsicht herbei.

00:07:01: Die Nervensysteme unserer Kinder gleichen sich unserem Nerven-System an.

00:07:07: Also wenn ich gestresst, überfordert, überwältigt und ungeduldig gereizt bin kommen diese Zustände bei unseren Kindern auch an.

00:07:20: Und irgendjemand wirft dann eine Stange Dynamit ins Pulverfass und dann fliegt das Ganze einem um die Ohren.

00:07:29: Diese Bedürfnisse der Kinder, das heißt in dem Moment, indem so eine Situation eskaliert.

00:07:37: Das ist ja auch ein Signal des Kindes.

00:07:38: Das Kind will vielleicht Aufmerksamkeit?

00:07:43: Ja also das ist auch so ne ganz wichtige Lernerfahrung die wir in unserem Elternsein erleben dürfen, sodass wenn wenn wir der Meinung sind, dass unsere Kinder sich auf eine bestimmte Art und Weise verhalten weil sie Aufmerksamkeit möchten.

00:08:09: Da würde ich ganz gerne mal so eine Alternative anbieten und zwar Kinder wollen nicht Aufmerksamkeit, die wollen in Verbindung kommen.

00:08:21: Also unsere Kinder wollen Verbindung aufnehmen mit uns.

00:08:25: Schon allein, wenn wir dieses Wort Aufmerksamkeit durch Verbindung austauschen haben wir schon eine andere Möglichkeit auf dieses Verhalten zu gucken.

00:08:35: und dann ist so diese ganzen Bindungsforschungsarbeiten die ... also das ging schon in den fünftiger- sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts los dass da sehr viel geforscht wurde Und da hat sich so eine Theorie entwickelt, die über alle Bindungen und alle Verbindungen oder Beziehungen, die wir Menschen eingehen, über unser ganzes Leben hinweg gültig sind.

00:09:06: Also wenn du und ich irgendwo sind Mach dich auf mich aufmerksam.

00:09:15: Also ich würde das wahrscheinlich so freundlich machen wie, hey Kusi ma?

00:09:20: Ja also ich würd nicht erst ein Teddy nach dir werfen oder sowas... also ich wird um deine Aufmerksamkeit bitten und dann wenn es dir gut geht du präsent bist.

00:09:35: dann wäre deine typische Reaktion eher positiv sortiert.

00:09:40: Also du würdest mir deine Aufmerksamkeit zuwenden, würde ich vielleicht sagen ja was ist denn?

00:09:48: oder in deiner ganz unvergleichlich freundlichen Art eben.

00:09:51: Und dann haben wir einen Austausch und eine Verbindung miteinander, in der unsere beider Nervensysteme in die Beruhigung kommen.

00:10:01: Ich kann dir das mitteilen was mir wichtig ist und du hast auch wahrscheinlich die Möglichkeit das zu verstehen um diese Bindung mit aufrechtzuerhalten.

00:10:13: Eine zweite Möglichkeit ist dass du mich ignorierst Weil du liest gerade was oder bist beschäftigt, oder schneidest gerade etwas.

00:10:22: Oder machst diese ganzen tollen Dinge die du halt so tust und schenkst mir in dem Moment keine Beachtung.

00:10:31: Das würde man als neutrale Reaktion bezeichnen in dem Fachschaggon.

00:10:39: Und dann gibt es noch eine dritte Möglichkeit, wenn ich zu dir sage hey Kusima und diese Verbindung eingehen will.

00:10:45: Dass du sagst oh was ist denn schon wieder?

00:10:48: Kannst du mich nicht mal fünf Minuten in Ruhe lassen!

00:10:54: Das würde man negative Reaktionen bezeichnen und die Art und Weise wie wir mit unseren Kindern umgehen in dem Moment wo sie diese Verbindungen herstellen wollen.

00:11:07: Innerhalb kürzester Zeit lernen unsere Kinder da ganz dramatische Dinge.

00:11:13: Also wenn ich positiv auf diesen Verbindungsaufbau reagiere, dann lernt mein Kind... Bindungen sind möglich, es braucht keine Eskalation.

00:11:25: Es braucht kein Schreien oder sonst irgendwelche Ausnahmezustände.

00:11:29: Verbindung ist möglich weil positiv besetzt.

00:11:33: Wenn ich eher neutral oder also ignorierend reagiere dann werden unsere Kinder erfinderisch.

00:11:43: Also dann haben sie oftmals viel mehr Geduld als wir das wahrnehmen, weil wie ignorieren Sie auch?

00:11:50: vielleicht nicht absichtlich, aber bedingt durch das was in unserem eigenen Leben so los ist.

00:11:57: und manche Kinder ziehen sich erst zurück.

00:12:00: andere Kinder fangen an im Keller Experimente zu machen bis dann irgendwo mal Rauch austritt.

00:12:08: wieder andere Kinder werden traurig oder wütend.

00:12:14: Oder alles zusammen.

00:12:19: die in der dritten Kategorie, also wenn ich negativ darauf reagiere das jetzt mein Kind schon wieder in Verbindung mit mir kommen will dann lernen unsere Kinder unsere Aggression zu kopieren.

00:12:51: Damit erziehen wir uns aggressive Kinder.

00:12:57: Da wäre es doch ganz leicht theoretisch dass man in dem Moment, wenn ihr das Kind Verbindung sucht einfach diese Verbindung auch herstellt.

00:13:07: und schon ist die Situation ja eine ganz andere.

00:13:10: Ja also uneingeschränkt ja.

00:13:14: Also dieses... vielleicht eine Anmerkung dazu?

00:13:19: Also unsere Kinder, die spüren das mit was wir spülen Also der Zustand unseres Nervensystems auf alle Fälle.

00:13:31: Sie haben aber auch ihr ganz eigenes Leben, also sie haben schon auch ihre ganz eigenen Gefühlswelten.

00:13:38: und auch völlig unabhängig davon wie es mir gerade geht kann mein Kind auch ganz große Emotionen erleben.

00:13:49: da ist irgendwas nicht geglückt was hätte glücken sollen oder ist etwas passiert, es war ein Gedanke oder plötzlich ein auftauchendes Gefühl das sich so verselbstständigt.

00:14:03: Unsere Kinder haben ja noch keinen Mechanismus entwickelt ihre eigenen Emotionen selbst zu regulieren und das kann man auch nicht von einem Kind erwarten.

00:14:16: Ein Dreijähriger oder eine dreijährige weiß gar nicht, was mit ihr oder ihm geschieht wenn diese ganz großen Emotionen plötzlich über sie oder ihn hereinbrechen.

00:14:30: Dann ist es auch nicht die beste Wahl das Kind dann irgendwo in die Isolation zu schicken bis er sich wieder beruhigt hat Weil der Mechanismus ja fehlt, selbst für diese Ruhe zu sorgen.

00:14:45: Also wenn ein Kind ganz große Gefühle fühlt dann ist es besser ich bleibe dabei mit meiner Ruhe und steig nicht in das Chaos mit ein und vor allen Dingen habe auch nicht als Lösung dass das Kind dann isoliert

00:15:03: wird.

00:15:06: Das heißt, so eine Situation ... Ich glaub die kennen wir irgendwie alle.

00:15:09: Wenn das Kinderzimmer ein totales Chaos ist, dann kann das ja und das Kind da drin in seiner eigenen Welt ist und sich wunderbar wohlfühlt und es ganz arg genießt und kind sein darf, dann ist es ja auch ein Teil des Charakters vielleicht dieses Kindes, dass dieses Chaos dazu führt, dass es ihm gut geht?

00:15:32: Und dann muss man nicht mit einer bestimmten Erziehung dafür sorgen, dass es das jetzt abrupt aufräumt.

00:15:41: Und ihm damit auch ein bisschen ... Ich sag jetzt keinen Schaden zufügt aber ein bisschen dieses wie du sagst.

00:15:47: also die haben ja schon ihr eigenes, ihren eigenen Charakter, Ihr eigenes Leben?

00:15:51: Ja.

00:15:54: Also da, was den Zustand des Zimmers angeht würde ich vielleicht auch so ein bisschen differenzieren, was die Altersstufen angeht.

00:16:04: Kleinen Kindern beizubringen und sie daran teilhaben zu lassen dass man in seiner gemeinsamen Lebensumgebung für Schönheit und Ordnung sorgt fühlen sich kleine Kinder total toll damit.

00:16:26: Und wenn sie Wäsche zusammen liegen dürfen, auch wenn es dann ein Knödel ist der dann da halt liegt, ja?

00:16:32: Dann ist das einen Beitrag den die das Kind in diese Gemeinschaft hat leisten dürfen und also einer der ganz ganz ganz wichtigen oftmals leider noch geheim Rezepte in der Erziehung oder im Begleiten von Kindern einzuladen, am erwachsenen Leben teilzunehmen.

00:16:56: Also weniger mit ihnen immer im Spiel zu sein wobei Spielen auch wichtig ist aber die Grundhaltung darf sein unsere Kinder nehmen an unserem Leben teil und da braucht es dann auch den heiteren Abschied vom eigenen Perfektionismus also mit Perfektionen an die eigenen Kinder heranzugehen Und selbst kein Gefahr hin und unseren Kindern auch nicht.

00:17:25: Also dieses Kinderzimmer, kleinen Kindern da... Jeder sorgt für Ordnung, jeder sorgt dafür dass es schön ist wo wir gemeinsam leben.

00:17:39: das darf schon die Grundhaltung sein.

00:17:41: Wenn Kinder dann größer werden vor allen Dingen auch im Teenager Alter Da wo toxische Stoffe entstehen können Essensteller irgendwie im Zimmer zu biologischen Experimenten mutieren.

00:18:00: Da würde ich auf alle Fälle den Schlussstrich ziehen, also vergiften soll sich keiner.

00:18:06: aber wie das dann aussieht?

00:18:09: Also Gott sei Dank gibt es da immer eine Tür oder in den meisten Fällen eine Türe.

00:18:17: Und dass die von beiden Seiten auf und zu geht, das hilft wenn man das im Kopf

00:18:23: behält.

00:18:37: Ich glaube, das kennt auch so jeder dieses Mithelfen im Haushalt Spülmaschine ausräumen Geschirr vom Tisch weggetragen Tischdecken Dieses Übernehmen von Aufgaben Was macht das denn mit den Kindern?

00:18:53: Das ist eines der ganz ganz lebenslang kostbaren Dinge, die man seinen Kindern mitgeben kann wenn er sie da dran anleitet dass sie ihre Aufgaben haben.

00:19:10: Also diese sogenannten Chores in Englisch und je früher wird damit beginnen immer eben auch im Kopf behalten, dass es dann nicht perfekt ausgeführt wird sondern das ist als Bestandteil, als Wertstiftendes dem gesamten Haushalt zugutekommenden gesehen und gefühlt werden kann.

00:19:37: Es gibt da auch eine Studie darüber wie sich Menschen entwickeln die zu Hause bestimmte Aufgaben als Kinder zu erfüllen hatten.

00:19:49: Die tun sich ihr ganzes Leben lang leichter in ihrem Berufsleben, auch in ihren sozialen Verbindungen.

00:19:58: Es ist eine Fertigkeit die sehr unschätzbaren Wert hat und stärkt auch ganz enorm das Selbstvertrauen unserer Kinder

00:20:13: Und das ist egal in welchem Alter.

00:20:15: Also ich kann auch dem Kleinkind entsprechende Aufgaben oder entsprechend am Leben der Eltern beteiligen, in jeder Phase und dass es was bleibt und was ganz arg positiv ist.

00:20:28: Ja also das meinte ich auch mit dem... Was ich eingangs gesagt habe, Kindererziehung lebt vom Machen.

00:20:38: Ich mache als Mama und meine Kinder machen immer an einem gemeinsamen Etwas.

00:20:47: Es gibt auch so eine ganz interessante Zusammenfassung aus kulturell unterschiedlichen familiären Strukturen, wie Kindererziehung gehandhabt wird in fast allen Völkern der Welt.

00:21:07: fast alle Völker der Welt sprechen mit ihren Kindern viel weniger als unsere westliche Kultur.

00:21:18: Und Prof.

00:21:23: Duklav, ich weiß jetzt ihren Vornamen nicht mehr... Die Dame hat das ganz wunderbar zusammengefasst und aufgearbeitet und die hat es auch so erklärt dass wir unseren Kindern in unserer westlichen Kultur und westlichen Welt permanent Aufträge erteilen.

00:21:47: Und wir tarnen sie dann als Frage, willst nicht deine Schuhe noch aufräumen oder willst nicht mal noch Hallo sagen?

00:21:56: Uns weiß aber jedes Kind!

00:21:59: dass wenn man permanent in einer Auftragssituation ist, dass einem da echt die Lust vergehen kann.

00:22:06: Es ist wie in der Arbeitspsychologie, wenn uns ständig jeder einzelne Schritt erklärt wird und immer wieder aufs Neue irgendwann auch bei aller Liebe.

00:22:20: Wir sprechen zu viel – wir leben zu wenig vor!

00:22:24: Also so, wie ich gerne hätte, wie mein Kind mit anderen Menschen kommuniziert oder in Interaktion geht.

00:22:34: Ich muss es nur mitnehmen und eben vorleben, wie's geht.

00:22:38: Und dann das Vertrauen entwickeln, dass da schon des ein oder andere Hängen geblieben ist.

00:22:46: Das ist ja auch eine Form von Glück zu erleben, das zu sehen Das macht ja die Freude aus.

00:22:55: Also ich mein, da passiert ganz viel und dann als strahlende Eltern das miterleben zu dürfen wie das Kind da ... unser Leben mitlebt und vielleicht so ähnlich reagiert, wie wir das machen würden oder ganz anders und uns damit überrascht ist ja was Tolles.

00:23:18: Karina, wir haben jetzt ... viel über diese Verbindung gesprochen, über das Positive mit dem kleinen Lebewesen, mit dem Kind in Verbindung bleiben.

00:23:28: Das ist einfach ein ganz wichtiger Bestandteil und dann ist es auch ein schönes Miteinander für Kinder- und Eltern.

00:23:38: Es gibt aber nichtsdestotrotz, glaub ich immer wieder Situationen wo auch diese Verbindungen Bruch erleidet also wo das gerade nicht funktioniert was ... Kannst du uns da drüber erzählen?

00:23:52: Ja, also da habe ich so eine Sache auf die würde ich da ganz gern aufmerksam machen.

00:23:58: Und zwar hat es mit Begeisterung zu tun und der Christian Morgenstern hat das mal so zusammengefasst Es gibt kaum eine größere Enttäuschung als wenn Du mit einer recht großen Freude im Herzen zugleich gültigen Menschen kommst.

00:24:23: Also die Begeisterung unserer Kinder, wofür sie sich gerade begeistern können ist ja ein höchstes Gut in ihrer Entwicklung.

00:24:34: Ein Begeistersang setzt so viele Kräfte frei, das setzt Motivation frei, es setzt Kreativität frei.

00:24:41: also die Begleisterung für etwas ist unendlich kostbar und wenn wird dann als Große,

00:25:00: damit

00:25:01: Gleichgültigkeit im Herzen drauf reagieren.

00:25:06: Das erzeugt einen Bruch und wenn man das beobachtet ab und zu darf ich ja auch Familien ein bisschen zusehen aus Berufswegen und manchmal passiert es einem auch direkt so beim Besuch in Freibad Ein Kind, das gerade in seiner Begeisterung auf ein gleichgültiges Herz getroffen ist geht von dannen wie einen Ballon aus dem die Luft mit hoher Geschwindigkeit

00:25:39: entweicht.

00:25:41: Im Grunde geht es uns Erwachsenen in so einer Situation ja auch nicht

00:25:46: anders?

00:25:47: Genau!

00:25:47: Das ist absolut nachvollziehbar.

00:25:51: Karina, gibt es noch irgendwas was dir wichtig ist?

00:25:54: Was du gerne noch mitteilen wollen würdest?

00:25:57: Ja.

00:26:00: Schön dass du fragst!

00:26:02: Also ich habe noch drei Punkte.

00:26:05: also ganz wohl ich auch gesagt hab das wir mit unseren Kindern zu viel reden und zu wenig vormachen gibt's ja trotzdem gute Gelegenheiten und sinnhafte Gelegenheiten mit unseren Kindern zu sprechen.

00:26:20: Und da habe ich mal so einen ganz einfachen, also für mich immer gültigen Kompass wie diese Kommunikation gestaltet ist.

00:26:30: Also ich hab immer Wärme in meiner Stimme.

00:26:34: Es ist eigentlich egal ob es meine Kinder sind oder fremde Kinder oder Kinder von jemandem den ich kenne.

00:26:40: Immer Wärmen!

00:26:42: Es ist immer begleitet von Neugierden So eine empathische Neugierde, was denn da gerade los ist oder was heute so tolles erlebt wurde.

00:26:52: Woher diese verfilzten Haare kommen?

00:26:54: Da muss ja eine Wahnsinnsgeschichte dahinterstecken.

00:26:57: also Neugierte.

00:27:00: und dann ist es auch ein Wenn wir in einen Austausch kommen das Kind und ich wirklich verstehen wollen wie die Perspektive ist.

00:27:14: oder was waren an dem Nachmittag mit der Oma denn so lustig?

00:27:23: und dann kommen Dinge dabei raus, mit denen hätte ich nie gerechnet.

00:27:28: Und das dann verstehen warum es lustig war oder was da dran so toll war.

00:27:34: Der letzte Punkt auf meiner Kompasscheibe Geist und am offenen Herz an dieses Gespräch herangehen.

00:27:49: Das funktioniert in den allermeisten Fällen ganz hervorragend, es hat vor allen Dingen auch bei meinen Kindern immer sehr gut funktioniert bis zum heutigen Tag.

00:28:00: Also das ist mal der eine Punkt.

00:28:05: Ein zweiten Punkt, den ich auch gerne noch anbringen möchte ... mit unseren Kindern, deren Erlebniswelt.

00:28:16: Wir laden sie in unser Leben ein und wir entwickeln uns ja miteinander.

00:28:23: Und dann kommt so diese Zeit wo unsere Kinder uns immer weniger brauchen und wir in unsere Lebensmittel hineinwandern.

00:28:38: und diese Mitleif Die wird ja ganz oft irgendwie gleich mit einer Krise in Verbindung gebracht.

00:28:46: Und das finde ich ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt im Umgang mit unseren Früchtchen weil wenn unsere Kinder in diese Jugendalter-teenager Phase kommen dann ist deren Hauptaufgabe sich in ihrer eigenen Autonomie ihre Identität zu entwickeln.

00:29:13: Das können wir nicht mehr so begleiten.

00:29:16: und auch alles, was wir da versuchen um das irgendwie festzuhalten erzeugt eigentlich genau das, was dann am meisten wehtut.

00:29:25: Es erhöht die Rebellion und vergrößert diese Vähiments mit der unsere Kinder sich dann da auch von uns weg bewegen.

00:29:38: Autonomie heißt ja, ich mach's selbst und mit unserer eigenen also als Eltern, als Erwachsene in unseren eigenen Lebensmitteln erfordert von uns auch einen Entwicklungsschritt über den wir ganz wenig sprechen.

00:29:54: Der wird dann nur so mehr... Da lacht man dann drüber über diese Midlife Crisis kauft man sich ein Sportwagen oder kündigt seinen Job, oder lässt sich am Pferdischwanz wachsen.

00:30:05: Und da sind so Dinge die uns irgendwo ein bisschen erheitern.

00:30:12: aber dahinter steckt eine Aufgabe, die wir alle Erwachsenen erfüllen müssen.

00:30:19: Wir müssen in dieser Phase der Frage nachgehen was will denn unsere Seele?

00:30:37: Also all die Zeit davor war die große Frage, was will die Welt von mir?

00:30:41: Ja also was wollen meine Eltern von mir als Kind.

00:30:45: Was wollen meine Freunde?

00:30:46: Was will meinen Arbeitgeber von mir, was wie mein Professor von mir ist so?

00:30:50: Was wollen die anderen?

00:30:53: und dann kommt dieser Lebensabschnitt in dem wir uns befinden wenn meistens unsere Kinder in ihr junges erwachsenen Leben hineingehen was will eigentlich so meine Psyche von mir?

00:31:05: Was ist der Grund meiner

00:31:07: Existenz?".

00:31:08: Und ich bin der Meinung, da haben uns die Götter echt etwas geschenkt.

00:31:15: Weil wir im Zusehen wie unsere Kinder ihre eigene Identität entwickeln dürfen wir einen ganz neuen und ehrlichen Blick und mit ganz viel Schöpfens- und Erschaffungskraft unseren eigenen, was unsere Seele um die Psyche will dem nachgehen.

00:31:38: Und da habe ich vor Jahren in einem Interview mit Susan Sherranden ... Habe ich sie mal reden hören und mir gedacht, wow!

00:31:48: Also Sie hat da so gemeint das Schlimmste was wir unseren Kindern antun können, ist dass wir uns selbst aufgeben für sie.

00:32:00: Und da musste ich ja einfach auch dran denken – das hat Sie zu einhundert Prozent recht!

00:32:05: Unsere Kinder können es überhaupt gar nicht aushalten wenn wir uns selber aufgeben und dann Also im schlimmsten Fall auch noch unsere eigenen Wünsche und Träume in sie hineinproozieren.

00:32:22: Und dann versuchen, ihr Leben dementsprechend zu formen und gestalten.

00:32:28: Da kann nur Rebellion dabei rauskommen!

00:32:40: Und das war jetzt auch mein dritter Punkt.

00:32:43: Sehr schön Danke für diesen Exkurs finde ich sehr hilfreich und ja dass man zu hören Sehr, sehr interessant.

00:32:55: Vielen Dank!

00:32:56: Liebe Carina, wir kommen zu unserem Ritual wie am Ende einer jeden Folge.

00:33:03: Ich such ein Wort aus unserem Brockhaus und bin schon sehr gespannt was ich hier

00:33:08: antreffe.

00:33:09: Jawohl!

00:33:21: Das Wort, das ich aufgeschlagen

00:33:24: habe

00:33:25: nennt sich Fleißmedaille.

00:33:37: Das ist ja auch so eine Entwicklung.

00:33:40: Ich bin ja ganz ehrfürchtig, was das betagte Alter deines Brockhauses hier angeht und ich übertrage es mal in unsere moderne Zeit nicht wissend ob die Fleißmedaille in deinem Brockhaus auch das bedeutet.

00:33:54: aber ich übersetze für mich den Pokal, den man bekommt einfach schon fürs dabei sein Und das ist ja etwas, was unsere Kinder lernen.

00:34:08: Das ja mittlerweile schon.

00:34:10: fürs dabei sein gibt es immer eine Urkunde, gibt eine Medaille, gibt einen Pokal weil man niemanden mehr enttäuschen will oder weil man auch nicht dieses Gefühl herstellen will dass nur der erste Platz was wert ist und da finde ich prinzipiell sehr viel Richtiges.

00:34:31: Also wenn Kinder im Sport aktiv sind, ich finde so.

00:34:37: dieses was immer die höchste Auszeichnung verdient ist Das Fairsein im Sport, die Hilfsbereitschaft ist etwas was ein Miteinander fördert.

00:34:52: Es wäre so meine Idee aber da wenn ich auf einem Fußballplatz in unserer Gegend stehe würde ich damit glaube ich ein bisschen alleine dastehen.

00:35:03: Die Fleißmedaille ist auf der anderen Seite auch etwas Bedenkliches weil wir Unseren Kindern damit signalisieren, dass das Ergebnis immer das Wichtigste ist.

00:35:19: Dabei ist der Prozess das was zählt und also daher mit der Fleißmedaille hat sie wie jede Medaille zwei Seiten aber ein wichtiger Bestandteil inwie wir unsere Früchtchen groß kriegen.

00:35:45: Liebe Carina Vielen Dank für diese wunderbaren Einblicke zum Thema Früchtchen.

00:35:54: Danke an alle, die unseren Podcast KörnerSAMSOFA hören.

00:36:00: Ihnen weiterempfehlen hoffentlich auch ganz arg gerne teilen und unsere Website www.körnersamsofa.de auch gerne besuchen

00:36:09: und da ihr Glück

00:36:10: finden

00:36:11: und teilen.

00:36:12: Vielen

00:36:13: Dank!

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